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veröffentlicht am 22.02.2010 von mest
ASV-Volleyballer kippen völlig aus der Spur
Ralph Nothhaft, ehemaliger Dachauer Jugendspieler
und jetzt beim TuS Kriftel, sitzt entspannt bei der Pressekonferenz. Dass er gute Laune hat, ist kein Wunder. Mit dem Sieg über Dachau hat sein Team einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. „Wir wussten, dass wir unseren direkten Konkurrenten schlagen müssen, wenn wir in der Liga bleiben wollen“, sagt der 24-Jährige. Mit diesem Satz
sticht er, wenn auch unbeabsichtigt, direkt ins Herz der Dachauer Volleyballer. Nach dem sensationellen
zweiten Platz in der vergangenen Saison wollten sie heuer mit dem Abstieg nichts zu tun haben – und stecken jetzt unten fest. Nothhaft spricht noch einen
wunden Punkt des ASV an: „Dass Dachau so weggebrochen ist, war für uns überraschend.“ Besser
kann man den Spielverlauf wohl nicht beschreiben. Der ASV will die beiden Niederlagen gegen Friedberg und Rhein-Main vergessen machen, Trainer Klaus Dammann erwartet eine Trotzreaktion seiner Jungs. Die geben im ersten Satz auch richtig Gas und gewinnen verdient mit 25:14. „Das war ordentlicher Volleyball“, sagt Dammann. Kriftels Coach Klaus Hermann hat die Partie zu diesem Zeitpunkt schon abgehakt: „Das war ein Desaster.“ Doch er sollte sich täuschen. Kriftel wehrt sich plötzlich, was den ASV völlig aus der Bahn wirft. Je länger die Partie dauert,
desto mehr Fehler machen die Stadtwäldler. Das findet nicht nur Nothhaft ungewöhnlich: „Normalerweise hätte Dachau nach dem ersten Satz Selbstbewusstsein haben müssen.“Dammann beschreibt sein Team aber zu Recht als „planlos, ratlos, mutlos“. Auch Co-Trainer Marc Fertig ist unzufrieden: „Wir hatten Angst, Fehler zu machen, und haben sie deshalb gemacht.“ Die Satzergebnisse sind eindeutig: 22:25, 22:25, 19:25.
„Wir können toll spielen, wenn es gut läuft. Aber wenn es nicht läuft, fehlt es an der Spielernatur, so ein Ding doch noch in die richtige Richtung zu lenken“, sagt Dammann. Für den ASV wird es langsam knapp. Nur noch zwei Punkte trennen ihn von einem der Abstiegsplätze, die Schwaig und Kriftel
belegen. Für Dammann gibt es aus dieser Misere nur einen Ausweg–seine Jungs müssen endlich Rückgrat beweisen. Oder wie er es frei nach Oliver Kahn ausdrückt: „Ich brauche Spieler mit Eiern.“
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