News der 3. Volleyball Liga 

Foto: Birga Herzum

Überwintern mit weißer Heimweste

Es bleibt dabei: Bislang kann kein Drittligist die Punkte aus der Dachauer Scherer-Halle entführen. Allerdings haben die Volleyballer des ASV Dachau gegen den Tabellenzehnten VGF Marktredwitz beim 3:1 (25:18, 23:25, 25:21, 25:23)-Sieg am Samstagabend den ersten Satzverlust hinnehmen müssen.

„Es war eine schwere Geburt“, war Trainer Dominic von Känel sichtlich erleichtert, nachdem Simon Pfretzschner nach 77 Minuten Spielzeit seine Lufthoheit ausgenutzt und den zweiten Matchball verwandelt hatte. Der erste war als Aufschlagfehler mitten im Netz gelandet – und diese beiden Punkte fassen das Dachauer Problem am Samstagabend ganz gut zusammen:  Die ASV-Youngster haben nicht schlecht gespielt und in bemerkenswerten Aktionen immer wieder unterstrichen, dass sie mit dem Sieg in Oelsnitz zuletzt zu recht auf Platz zwei der Liga geklettert sind.

Nur hat gegen den Vorletzten der Liga der Fokus gefehlt, mit dem die Boygroup ihre bisherigen Heimspiele in Angriff genommen hat. Zwar hatte der Coach seine Mannschaft gewarnt, „dass Marktredwitz trotz der Tabellensituation sehr gut Volleyball spielen kann“, sagt Mittelblocker Moritz Teichmann. „Aber es war auch der erste Gegner, über den wir nicht so richtig viel wussten“, ergänzt der Trainer.

Zudem wurde alles, was sich im ersten Durchgang an Mustern im Marktredwitzer Spiel herausgestellt hatte, im zweiten wieder über den Haufen geschmissen. Denn da wechselte Gästetrainer Milan Cernousek, nachdem sich Dachau den ersten Satz mit einem beherzten Endspurt noch recht deutlich mit 25:18 gesichert hatte, seine erfahrenen Leistungsträger Jan und Joschi Liebscher auf die Mittelblockposition.

Zwar war damit wieder alles anders und auch ziemlich unorthodox, aber die Verunsicherung auf Dachauer Seite war hauptsächlich hausgemacht. Gleich mehrere leichte Bälle fielen auf den Boden, während sich die Spieler mit großen Augen anschauten. Oder Abwehrbälle landeten relativ unbedrängt an der Decke. So auch, als die Gastgeber sich eigentlich einen ganz hoffnungsvollen 20:18-Vorsprung erspielt hatten. Doch der war schnell wieder verspielt, und als Marktredwitz seinen ersten Satzball hatte, konnte es nicht einmal mehr Überflieger Pfretzschner retten, sein Rückraumangriff landete im Aus.

Dominic von Känel reagierte, brachte Vincent Graven für Fabian Bergmoser und Konstantin Luber für Samuel Sadorf, doch erst bei 22:20 konnte Dachau die Gäste wirklich abschütteln und den Satz mit 25:21 nach einem Punktaufschlag von Kapitän Luber zumachen. Viele solcher Aufschläge folgten im vierten Durchgang nicht mehr, im Gegenteil: Neun Aufschlagfehler produzierte die Boygroup da, im ganzen Spiel sogar 19 an der Zahl.„Damit schenken wir ihnen fast einen ganzen Satz“, kritisierte der Trainer.

Doch weil Marktredwitz von der Aufschlaglinie auch nicht immer treffsicher war und die ASV-Boygroup außerdem im Block aufdrehte, reichte es dann doch noch zum Viersatzerfolg. Zufrieden war von Känel mit der „bisserl lätscherten“ Leistung seines Teams aber erstmals nicht zuhause und vermutet als Grund, dass aktuell ein Höhepunkt den nächsten jagt: „Vielleicht waren wir mit dem Kopf schon in Gotha.“ Denn zum Tabellenführer geht die Reise am kommenden Samstag – Spitzenspiel zum Jahresabschluss.

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